Integration durch Sprachbildung am Gymnasium

Chancengleichheit ist eines dieser gesellschaftlichen Ziele, bei welchem von allem Anfang an klar ist, dass es nicht zu erreichen ist. Dennoch gilt es, darum zu kämpfen und in kleinen Schritten Erfolge zu erringen.
Schon länger zeigt sich, dass an den Gymnasien, wenn auch in unterschiedlichem Ausmass, Kinder nicht deutscher Muttersprache überdurchschnittlich häufig die Probezeit nicht bestehen oder in den folgenden Semestern scheitern. Diese Schülerinnen und Schüler verfügen oft nicht über ausreichende Deutschkenntnisse und finden sich in der an der Schule verwendeten Bildungssprache nicht zurecht.
Alle Fächer, die am Gymnasium unterrichtet werden, sind in der Lage, wertvolle Beiträge zur Förderung der Deutschkompetenz und zum Aufbau von Bildungssprache zu leisten. Wie die einzelnen Fächer diese Aufgabe konkret umsetzen können, zeigen Alex Rickert und Prof. Dr. Monique Honegger (beide Dozierende an der PHZH mit Schwerpunkt „Deutsch als Schulsprache“ und „Deutsch als Zweitsprache“) am Nachmittag des Weiterbildungstages.
Eine spezielle Rolle fällt dem Fach Latein zu. Es bietet eine unschätzbare Möglichkeit, Deutschkompetenzen intensiv zu trainieren, da von Anfang an durch die Übersetzung ins Deutsche ständig „Sprache produziert“ wird. Wo die Chancen des Lateinunterrichts in der Sprachförderung in Zusammenarbeit mit den anderen Fächern liegen, werden Prof. Dr. Stefan Kipf von der HU Berlin (Arbeitsschwerpunkt: Mehrsprachigkeit und Migration), und Stefan Paffrath vom Ernst-Abbe-Gymnasium in Berlin-Neukölln (Sprachbildungskoordinator) aufzeigen.
In Berlin hat man auf die mangelnden Deutschkenntnisse vieler Schüler/-innen bereits vor einiger Zeit reagiert und mit dem Projekt „Durchgängige Sprachbildung“ zielgerichtete Sprachförderung in allen Fächern und auf allen Schulstufen eingeführt. Herr Kipf und Herr Paffrath arbeiten im Rahmen dieses Projekts schon mehrere Jahre zusammen und sind deshalb Sprachbildungsexperten weit über das Fach Latein hinaus.
Der Integrationsauftrag der Schulen, die von der Politik geforderte Verminderung der „Drop-out Quote“ in der Probezeit und die Forderung nach Basiskompetenzen in der Erstsprache von Seiten der Hochschulen zeigen, wie aktuell und dringend dieses Thema auch in der Schweiz ist.

Am Vormittag geht es um die Einführung in die Thematik und die Vorstellung des Berliner Projekts. Am Nachmittag werden in Workshops konkret in den einzelnen Fächern Materialien erarbeitet, mit denen Sprachförderung betrieben werden kann.
Die Weiterbildung richtet sich an Lehrpersonen aller Fächer.

Datum
Dienstag, 31. Oktober 2017, 08.30 – 16.30

Kursort
Kantonsschule Zürich Nord, Birchstrasse 107, 8050 Zürich

Kosten und Anmeldung
150.- (Studierende: 20.-)
Anmeldeschluss: 5.10.2017

Kursleitung:
lic. phil. Gabriela Trutmann, KS Zürich Nord (KZN)
Dr. Franziska Egli, KS Freudenberg Zürich (KFR)

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